Es handelt von einem deutschen Soldaten, der mit seiner Einheit in den Sümpfen Ost-Polens eine Eisenbahnbrücke überwachen sollte. Ich mag ja Bücher über Brücken. Der Krieg war fast vorüber. Im Dunkeln schiessen sie auf alles was bewegt. Manchmal ist es ein Feind, manchmal bringt das Schicksal schlimmeres. Mittlerweile entwickelt die Einheit Kontakte zur lokalen Bevölkerung. Jedes Mal ist die Frage, wer kann man trauen und wer nicht? Die Soldaten wurden geleitet durch einen Korporal, der den Verstand fast vollständig verloren hatte. Man fragt sich allmählich, was hat dieser Streit, dieser Krieg noch für einen Zweck? Die Einheit verliert drei ihrer Menschen. Es hat niemandem genutzt. Der Hauptperson Proska verliebt sich in einem polnischen Partisanenmädchen und läuft über. Am Ende des Buches findet er sich zurück in einem Land dass man als Deutsche Demokratische Republik kennenlernt. Ein russischer Oberst kennt jede Einzelheit des Überläufers. 

Was muss man Siegfried Lenz nachgeben? Lenz ist einer der grössten Autoren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er hatte keine Angst Tabus zu durchbrechen. Selber war er 1943 aus dem deutschen Kriegsdienst desertiert und geriet in britischer Kriegsgefangenschaft. Er ist im Stande um literarische Texten zu produzieren, aber auch rauhe Soldatensprache. Für mich persönlich war das mangelhafte deutsch der polen schwer zu verarbeiten. Ich bin ja deutsch weder pole. Lenz zeigt sich ein Meister in Moralfragen. Der Roman wird durch viele überraschende Wendepünkte gekennzeichnet. Wie Schade das der Autor nichts mehr von allen Lobreden mitgekriegt hat! Er starb 2014.